Der Schlüssel
Allen 6 Seiten sollte das gleiche Seitenlayout zugrunde liegen:
ein 6 Bilder-Raster (3 Zeilen, 2 Spalten)
Seite 1
Panel 1
Dieses Panel nimmt die ganze erste Zeile, also den Platz von zwei Bildern
ein.
Wir sind in einem großen Raum, und wir sind nicht allein. Heinrich,
der Bewohner des Raumes, sitzt auf seinem Bett. Er ist ungefähr 30
Jahre alt, mit langem Haar, einem wilden Bart und schlampigen Klamotten.
Ein Mann der ungefähr zehn Jahre älter wirkt und fast schon
elegant angezogen ist, zielt mit einer mit einem Schalldämpfer versehenen
Pistole auf ihn. Sein Name ist Howard.
Ein dritter Mann, William, steht neben ihnen und sehr kurz vor einem
Nervenzusammenbruch. Er ist der jüngste der drei Typen.
Im Gegensatz zu seinem Bewohner wirkt der Raum kein bisschen schlampig.
Ja, da sind eine Menge Bücher und anderes Zeug in den Regalen, aber
chaotisch ist das keinesfalls. Und da sind eine Menge Regale. Unter ihnen
ein kleineres mit ein paar Fotos und anderen Andenken. (ein paar Muscheln,
einer Statue von Buddha...)
William:
KOMM SCHON! ICH WEISS, DAS DU IHN GENOMMEN HAST!
William:
ICH WEISS, DAS DU DEN SCHLÜSSEL GESTOHLEN HAST!
Titel & Credits:
DER SCHLÜSSEL
AUTOR: YANN KREHL
ZEICHNER: …
...
Panel 2
Für einen Mann, der in den Lauf einer Waffe blickt, bleibt Heinrich
ziemlich ruhig.
Heinrich:
DU WEIST GENAU, DASS ICH NIE ETWAS VON DIR STEHLEN WÜRDE.
Panel 3
Wir zoomen heraus und können nun auch Howard sehen. Er blickt
nicht zu Heinrich, sondern in die Richtung, in der William stehen müsste.
Howard:
BIST DU SICHER, DAS ER IHN GENOMMEN HAT?
Panel 4
William streckt seine Hände voller Verzweiflung zum Himmel (oder
vielmehr zur Decke) empor.
William:
ICH HABE ÜBERALL NACHGESEHEN. DREI MAL.
Panel 5
Zurück zu Heinrich und der Waffe, gesehen aus Howards Blickwinkel.
Jetzt ist der Mann, der auf dem Bett sitzt, ziemlich sauer.
Howard:
OKAY. DU HAST DREI SEKUNDEN.
Heinrich:
NEIN, DU HAST DREI SEKUNDEN UM MEIN ZIMMER ZU…
Seite 2
Panel 1
Dieses Panel sieht fast genauso aus wie das letzte, nur das Howard
wohl mittlerweile den Abzug betätigt hat. Heinrich liegt auf dem Bett,
wobei sich sein Kopf außerhalb des Panels befindet.
Panel 2
Howard steckt die Waffe wieder in seinen Schulterhalfter.. William
steht ziemlich geschockt hinter ihm.
William:
BIST DU VERRÜCKT?
Panel 3
William hat Howard an den Schultern gepackt und schüttelt ihn.
William:
ICH HABE MIR ZWEI JAHRE LANG DIE WOHNUNG MIT DIESEM TYPEN GETEILT.
ER WAR MEIN FREUND, DU...
Panel 4
Howard stößt den Anderen brutal von sich weg. Wir können
davon ausgehen, dass William in wenigen Sekundenbruchteilen auf seinem
Hinterteil sitzen wird.
Howard:
NUN HÖR MIR MAL GANZ KURZ ZU.
Howard:
WENN DIESER JUNKIE DEIN FREUND GEWESEN WÄRE, HÄTTE ER DANN
DEN SCHLÜSSEL GEKLAUT?
Panel 5
Mittlerweile sitzt William. Howard bietet ihm eine helfende Hand zum
Aufstehen an.
Howard:
ICH WILL DIR NUR HELFEN.
Howard:
ODER BIN ETWA ICH KURZ DAVOR, GEKILLT ZU WERDEN?
Panel 6
William ist wieder auf den Beinen. Wir blicken über die Schultern
der beiden Männer, so dass wir einen guten Blick auf die ganzen Regale
im Raum haben.
William:
UND JETZT?
Seite 3
Panel 1
Genau die gleiche Perspektive wie im letzten Panel. Aber wir blicken
nicht mehr über irgendwelche Schultern, denn mittlerweile haben die
Beiden den Raum nach dem Schlüssel durchsucht und Chaos plus Verwüstung
hinterlassen. Die Bücher wurden aus den Regalen gerissen, liegen auf
dem Boden verstreut usw.
Howard steht mit vor der Brust verschränkten Armen inmitten des
Chaos und denkt nach.
William ist furchtbar wütend. Er steht direkt neben dem kleinen
Regal mit den Fotos, den Muscheln, der Buddhastatur usw.
William:
SCHEISSE!
Panel 2
Er zerstört das kleine Regal mit einem gezielten Tritt.
William:
SCHEISSE SCHEISSE SCHEISSE!
Panel 3
Die Wut ist vergangen und dumpfe Furcht hat ihren Platz eingenommen.
William blickt niedergeschlagen zu Boden.
William:
DER BOSS WIRD MICH DAFÜR UMBRINGEN, DASS ICH DEN SCHLIESSFACHSCHLÜSSEL
VERLOREN HABE.
Panel 4
Howard lächelt. Scheint so, als habe er gerade eben
eine Idee gehabt.
Howard:
ER HAT KEINE CHANCE, DEN SCHLÜSSEL HIER RAUSZUSCHAFFEN.
Panel 5
William hat den Kopf gehoben und blickt ihn an.
Howard:
ALSO IST ER NOCH HIER.
Howard:
WEIST DU, WORIN SIE MANCHMAL DROGEN SCHMUGGELN?
Panel 6
Lächelnd präsentiert er uns/ William ein scharfes Messer.
Kein Küchenmesser, sondern eins von denen, die Typen wie Howard immer
im Stiefel tragen.
Howard:
IN IHREM MAGEN.
Seite 4
Panel 1
Fast das gleiche Panel wie das Vorhergehende. Howards Pose hat sich
nicht verändert, aber seine Position ist nicht mehr die selbe. Er
steht jetzt vor dem Bett, auf dem Heinrichs Leiche liegt. Das sollten wir
allerdings nur andeuten.
Aber auch Howards Gesichtsausdruck hat sich verändert. Er lächelt
nicht mehr.
Seine Kleider sind voller Blut.
Howard:
ALSO HAT ER IHN AUCH NICHT AUF DIESEM WEG HOCHGESCHOBEN.
Howard:
DER WAR KLÜGER ALS ICH DACHTE.
Panel 2
William steht so weit wie nur möglich vom Bett weg und blickt
natürlich auch in eine andere Richtung. Sieht so aus, als müsste
er sich gleich übergeben.
William:
DU BIST KRANK.
Panel 3
Howard läuft zu ihm hin, das Messer in den Händen.
Howard:
LIEBER KRANK ALS TOT, ODER?
Panel 4
Er legt seine Hand auf Williams Schulter. Dieser weigert sich, Howard
anzusehen.
William:
ERST TÖTEST DU MEINEN FREUND, DANN WEIDEST DU IHN AUS UND...
Howard:
NUR UM DIR ZU HELFEN, KUMPEL.
Panel 5
William hat sich umgedreht und brüllt Howard an.
William:
WAS KOMMT JETZT, DU KRANKES STÜCK SCHEISSE?
William:
ESSEN WIR SEIN GEHIRN, UM SEIN WISSEN ZU ERHALTEN?
Panel 6
William hat seine Fäuste gehoben. Er ist zum Zuschlagen bereit.
William:
ODER SOLL ICH DEN RAUM VERLASSEN, DAMIT IHR ZWEI EUCH NÄHER KOMMEN
KÖNNT?
Page 5
Panel 1
Fast das gleiche Panel wie zuvor. William hat ein blaues Auge und blutet
sowohl leicht aus dem Mund als auch aus der Nase. Seine Fäuste lässt
er wieder sinken.
William:
DAS IST SO SINNLOS.
Panel 2
Er setzt sich auf den Boden.
William:
ICH WERDE DIESEN SCHLÜSSEL NIEMALS FINDEN.
Panel 3
Howard steht vor ihm und weißt nicht die geringsten Spuren eines
Kampfes auf. Er schwitzt nicht einmal.
Howard:
HABEN WIR UNS WIEDER BERUHIGT?
Howard:
GUT.
Panel 4
Er geht vor William, der vollkommen niedergeschlagen dasitzt, in die
Hocke.
William:
ICH BIN EIN TOTER MANN.
Howard:
WIR DURCHSUCHEN EINFACH NOCH MAL ALLES GANZ GRÜNDLICH, OKAY?
Panel 5
Er wartet auf eine Antwort von William, der zu Lachen und zu Weinen
angefangen hat. Nervenzusammenbruch.
William:
ICH BIN EIN TOTER MANN.
AUS DEM OFF:
HALLO? HERR KARTER, HIER IST DIE POLIZEI.
Panel 6
Howard ist aufgestanden und greift nach seiner Pistole.
AUS DEM OFF:
DIE NACHBARN HABEN LÄRM GEHÖRT. ALLES OKAY BEI IHNEN?
William (brüllt):
ZU SPÄT! ICH BIN SCHON TOT!
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Panel 1
Howard liegt auf dem Boden, und jetzt stammt das Blut nicht mehr nur
von Heinrich. Seine Pistole liegt wenige Zentimeter von seiner ausgestreckten
Hand entfernt. Er ist tot.
Es ist schwierig, aber ich hätte gerne, dass dieses Bild dem letzten
so ähnlich sieht wie nur möglich. Am besten sollten wir Howard
aus dem selben Winkel zeigen, wie im letzten Panel.
Panel 2
Nun stehen zwei Polizeibeamte im Zimmer. William ist nicht mehr da,
und das Bett können wir aus diesem Blickwinkel heraus nicht sehen.
Polizist 1:
WAS ZUM TEUFEL IST HIER PASSIERT?
Polizist 2:
KEINE AHNUNG.
Panel 3
Ein Polizeiphotograph macht Bilder von Heinrichs Leiche. Diese sehen
wir allerdings nicht bzw. so gut wie gar nicht. Höchsten eine Hand
oder einen Fuß.
Polizist 2 (Off):
ABER ES WAR WOHL NICHT SEHR NETT.
Panel 4
Polizist 1 kratzt sich am Kopf.
Polizist 2:
DER NERVENZUSAMMENBRUCH HAT HIER GEWOHNT.
Panel 5
Polizist 2 zieht eine dieser Plastiktüten, in denen immer die
Beweise verpackt werden, aus der Tasche.
Polizist 2:
GENAUSO WIE DER TYP AUF DEM BETT.
Polizist 1:
VIELLEICHT DROGEN.
Polizist 2:
GLAUB ICH NICHT. WIR HABEN DIE TASCHEN DES ÜBERLEBENDEN DURCHSUCHT.
Panel 6
Und er präsentiert uns Tüte und Inhalt. Ein Schlüssel
– ein Schlüssel zu einem Bahnhofsschließfach.
Polizist 2:
NICHT BESONDERES – BIS AUF DAS.